Foto: D. Winter / DRK e.V.

Philippineneinsatz

philippineneinsatz2014 1Ein halbes Jahr ist es her, seit der „Supertaifun Haiyan“ Teile der Philippinen schwer verwüstete. Windböen mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h und eine sechs Meter hohe Flutwelle hatten in den Küstengebieten für schwere Zerstörung, Verletzte und Tote gesorgt. Im Rahmen der internationalen Hilfe war aus unserem Verbreitungsgebiet auch Christoph Dennenmoser aus Laufenburg im Einsatz. Der Rettungsassistent im DRK Kreisverband Säckingen e.V. ist Teil der Einheit für Trinkwasseraufbereitung des DRK Bundesverbands, die bei internationalen Katastrophen für Trinkwasserversorgung, Abwassermanagement und technische Unterstützung verantwortlich ist.

„Kannst Du ab morgen für vier Wochen zur Katastrophenhilfe auf die Philippinen fliegen?“ – Der Anruf kam nicht ganz unerwartet, aber so kurzfristig war es dann doch überraschend.

„Die Freistellung durch die Kreisgeschäftsführerin war eine Sache von Minuten,“ erinnert sich der Helfer. „Das ist keine Selbstverständlichkeit!“ Während das zuständige Team im DRK Generalsekretariat in Berlin sich um den Flug von Zürich nach Berlin kümmerte, stand für Dennenmoser neben Kofferpacken auch die Absage von Terminen und Organisation der Abwesenheitszeit an. „Meine Frau hat das ganz toll mitgetragen. Zwischen dem ersten Anruf und der Abfahrt des Zugs zum Flughafen Zürich blieben schließlich nur 17 Stunden Zeit.“

 

In Berlin traf er auf drei weitere Mitglieder des fünfköpfigen Teams. Der Teamleiter war bereits seit einer Woche vor Ort, um die Lage zu erkunden und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Auftrag für das Technikerteam war die Einrichtung und das Betreiben eines Camps für internationale Rotkreuzhelfer auf der Insel Samar. Diese Insel ganz im Südosten der Philippinen gelegen, war vom Supertaifun „Yolanda“ als erste hart getroffen worden. Das notwendige Material war bereits kurz vorher mit einer Frachtmaschine auf die Philippinen geflogen und auf ein Frachtschiff verladen worden, mit dem es die letzten Meilen nach Samar transportiert wurde.

In Manila traf das Team auf die medizinische Einheit des Norwegischen Roten Kreuzes, das auf derselben Insel eine Basisgesundheitsstation einzurichten hatte. Per Flugzeug, Fähre und Fahrzeugkonvoi gelangten die Hilfsteams an ihre Einsatzorte. Auf der letzten Zwischenstation war noch ein Großeinkauf an Lebensmitteln fällig, weil ein Großteil der Paletten mit Lebensmitteln vorübergehend nicht auffindbar war. Angesichts der großen logistischen Herausforderungen kein Wunder. Vor Ort mußte vom Entladen des Frachtschiffs über den Transport zum Aufstellplatz des Camps bis zum Aufbau alles organisiert werden. Dafür wurden vor Ort Helfer engagiert. „Ziel ist es, das Lager nach einer gewissen Zeit vollkommen an die örtliche bzw. Nationale Rotkreuzgesellschaft zu übergeben,“ erklärt Dennenmoser die Strategie des Roten Kreuzes bei Auslandskatastrophen. „Auch Katastrophenhilfe soll zur Selbsthilfe befähigen.“ Nach einer knappen Woche stand das Camp mit Übernachtungsplätzen für 64 Personen, Großküche, Büros, Sanitäranlagen und einem Wäschezelt.

Von diesem Lager aus wurden die Aktivitäten des Philippinischen und Internationalen Roten Kreuzes auf der Insel Samar koordiniert: Zwei Basisgesundheitsstationen, zahlreiche Trinkwasserverteilstellen, die Verteilung von Hilfsgütern sowie die Unterstützung bei der Instandsetzung der lokalen Trinkwasserversorgung gehören zu den Aufgaben denen sich die Hilfsteams stellten.

Für Christoph Dennenmoser mündete der Einsatz allerdings nach zwei Wochen in einen dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt. Eine kleine Wunde am Bein hatte sich infiziert und er mußte sich in Manila einer Operation unterziehen. Inzwischen hat er sich von der Operation und den Folgen erholt, hat seinen Dienst wieder aufgenommen und blickt dankbar zurück: „Mich hat neben der massiven Zerstörung die Zusammenarbeit im Team und mit den lokalen und internationalen Hilfskräften beeindruckt. Den größten Respekt aber habe ich vor den Filippinos. Die Freundlichkeit und Dankbarkeit nach dieser Katastrophe war unglaublich!“

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