Löwen retten Leben

14.10.2015 - Löwen retten Leben - In Baden-Württemberg macht Wiederbelebung Schule

Kultusministerium investiert rund 1,5 Millionen Euro in Fortbildungen – Schulen erhalten 44.200 Übungsphantome kostenfrei. 14 Lehrerinnen und Lehrer in Bad Säckingen fortgebildet

Jährlich sterben in Deutschland durchschnittlich 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Viele könnten noch leben, wenn Ersthelfer bis zum Eintreffen des Notarztes eine Herzdruckmassage durchgeführt hätten. Vor diesem Hintergrund hat das Kultusministerium in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Stiftung Deutsche Anästhesiologie, Laerdal Medical und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg die Initiative „Löwen retten Leben – In Baden-Württemberg macht Wiederbelebung Schule“ gestartet. Das Kultusministerium investiert insgesamt rund 1,5 Millionen Euro, damit in den kommenden vier Jahren rund 5.200 Lehrkräfte aus 2.600 Schulen in Baden-Württemberg fortgebildet werden können.

 

14 Lehrerinnen und Lehrer aus 8 Schulen sind am Mittwoch, 14.10.2015 in Bad Säckingen erschienen, um sich von dem Anästhesisten, Herrn Dr. Hergeth und dem Lehrbeauftragten des DRK, Herrn Jovin S. Bürchner, darin fortbilden zu lassen, wie man Schülerinnen und Schülern die lebensrettende Herzdruckmassage, ohne Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung, weitervermitteln kann. Tatkräftig unterstützt wurden Sie dabei durch Ausbilderinnen und Ausbilder des DRK Kreisverbands Säckingen e.V. und einem Ausbilder des ASB.

 

Große Fortbildungsoffensive in ganz Baden-Württemberg

Diese Fortbildung in st eine von 50 Fortbildungen an 50 verschiedenen Standorten, die landesweit in den kommenden zwei Jahren von Anästhesisten und Lehrbeauftragten des DRK an den Standorten der DRK-Kreisverbände durchgeführt werden. Auf regionaler Ebene beteiligen sich zusätzlich, je nach Möglichkeit, die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Malteser Hilfsdienst. Im Jahr 2017 wird die Fortbildungsreihe weitergeführt.

 

44.200 Übungsphantome kostenfrei

Jede geschulte Lehrkraft erhält ein Übungsphantom sowie ihre Schule im Anschluss an die Fortbildung einen halben Klassensatz mit 15 Übungsphantomen und Zubehör. Darüber hinaus wird eine Schulungs-DVD für die Weitervermittlung der Kenntnisse an den Schulen vor Ort zur Verfügung gestellt. An den Übungsphantomen können die Schülerinnen und Schüler die Laienreanimation üben und wiederholen. Die Herstellerfirma der so genannten Übungsphantome, Laerdal Medical, produzierte unter Mitwirkung eines Lehrbeauftragten des DRK die Übungs-DVD zur Laienreanimation und konzipierte für die Initiative die Homepage www.loewen-retten-leben.de. Die baden-württembergischen Sparkassen engagieren sich ebenfalls finanziell.

Hintergrund für die Redaktionen:

Das deutsche Reanimationsregister (www.reanimationsregister.de) belegt: Nur etwa 18 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall. Die Niederlande und die skandinavischen Länder liegen hier bei über 60 Prozent. Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise bis zu 100.000 betroffenen Menschen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt – es treten unwiderrufliche Schäden auf. Bis der Rettungsdienst eintrifft, dauert es meist acht bis zwölf Minuten und im Einzelfall auch deutlich länger. Ein Beginn der Wiederbelebung durch Laien verbessert die Überlebensrate um das Zwei- bis Dreifache.

Anlässlich der 395. Sitzung des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz am 5. und 6. Juni 2014 in Düsseldorf wurde die „Initiative Pflichtunterricht Wiederbelebung in ganz Deutschland“ von Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie vorgestellt. Als Ergebnis sprach der Schulausschuss eine Empfehlung an die Länder aus, Module zum Thema „Wiederbelebung“ im Zeitumfang von zwei Unterrichtsstunden pro Jahr ab Jahrgangsstufe 7 durchzuführen und Lehrkräfte entsprechend fortzubilden.

Weitere Informationen:

www.loewen-retten-leben.de/

www.km-bw.de