Die Ungewissheit über den Verbleib eines lieben Menschen ist genauso schwer zu ertragen wie physisches Leid. Hier hilft der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes Menschen, die aufgrund von Kriegen, bewaffneten Konflikten, schwerwiegenden Unglücksfällen, Katastrophen oder auch durch Migration voneinander getrennt wurden, nach ihren Familienangehörigen zu suchen und den Kontakt wiederherzustellen. Diese Hilfe wird durch ein bundesweites Netz von so genannten Suchdienst- und Kreisauskunftsbüros sichergestellt.

Für unseren Kreisverband wird der Suchdienst ehrenamtlich durch Frau Cristina Jänich sichergestellt, während das so genannte Kreisauskunftsbüro (KAB) für die Registrierung bei Großschadensereignissen per Kooperationsvertrag durch den Ortsverein Dogern / Kreisverband Waldshut für unser Einzugsgebiet sichergestellt wird.

 

Frau Jänich beschränkt sich seit dem 01.01.14 auf die reine Basisberatung / Basisleistung im Suchdienst, die z.B. die Entgegennahme von Anträgen und die Hilfe beim Ausfüllen der notwendigen Formulare umfasst. Für weiterführende Beratungsleistungen verweist sie auf die vier Beratungsstellen im Landesverband Badisches Rotes Kreuz in den Kreisverbänden Offenburg, Freiburg, Müllheim und Konstanz, wobei die Beratungsstelle in Müllheim für unser Kreisverbandsgebiet zuständig ist.

 

Suchanträge, die nicht im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg und aktuellen Konflikten in Verbindung stehen, übernimmt Frau Jänich weiterhin.

suchdienst2007

Die Aufgaben des DRK-Suchdienstes ergeben sich aus dem humanitären Völkerrecht und den Beschlüssen der Internationalen Rot-Kreuz- und Rothalbmond-Konferenzen. In den Genfer Abkommen ist unter anderem geregelt, dass Familien während bewaffneter Konflikte das Recht haben, Auskunft über das Schicksal ihrer Angehörigen zu erhalten.

Die Suchdienst-Leitstelle in Berlin koordiniert hierfür den DRK- Suchdienst bundesweit. In Hamburg besteht zudem eine spezialisierte Beratung zur Familienzusammenführung, insbesondere von SpätaussiedlerInnen und Flüchtlingen.

In München konzentriert sich die „klassische“ Suchdienstarbeit, gestützt auf die fast 50 Millionen Karten umfassende zentrale Namenskartei, die derzeit digitalisiert wird. Alle Landes- und Kreisverbände haben hauptamtliche Zuständige für den Suchdienst, die getrennte Familien in Fragen der Suche und des Familiennachzugs beraten. Die MitarbeiterInnen erhalten ihre Aus- und regelmäßige Fortbildung durch den Bundesverband. Diese MitarbeiterInnen müssen die aktuelle Rechtslage (unter anderem Aufenthaltsgesetz, Staatsangehörigkeitsrecht, Vertriebenenrecht) kennen.

Suchdienst  2008 
 2009 
 2010 
 2011 
 2012 
Verschollenenschicksale 0 1 0 0 0
Nachforschungen aktuelle
Konflikte u. Katastrophen
0 0 1 0 0
Sonstige Nachforschungen 14 9 6 1 1
Nachforschung (Nachweis z.B.
Dienstzeiten in Wehrmacht,
Kriegsgefangenschaft)
1 0 0 0 1
Kindersuchdienst 0 1 0 0 0
Anfragen zu Kriegsgrablagen 1 1 0 0 0
Gesamt 16 12 7 1 2

 

Suchdienst im Umbruch

 

Der DRK-Bundesverband plant den Suchdienst neu zu strukturieren. Für den Bereich des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz bedeutet dies, dass die im Verbandsgebiet bestehenden 13 Beratungsstellen auf 4 in den Kreisverbänden Offenburg, Freiburg, Müllheim und Konstanz reduziert werden, die ihre MitarbeiterInnen weiterhin intensiv für dieses sehr umfangreiche Fachgebiet fortbilden.

 

In den übrigen Kreisverbänden soll es zukünftig nur noch Ansprechpersonen für eine erste Information geben, die bei größerem Beratungsbedarf, der auch eine entsprechende Schulung voraussetzt, an die entsprechenden Beratungsstellen verweisen. Im DRK Kreisverband Säckingen wird – in Absprache mit dem Landesverband - die umfangreiche Fachberatung so lange fortgesetzt, wie die derzeitige, entsprechend sehr gut aus- und fortgebildete Beraterin diese Tätigkeit weiterhin ehrenamtlich wahrnehmen kann. Anschließend wird auf das neue System umgestellt.

 

Suchdienstfälle 2012

Anfrage eines hier lebenden syrischen Staatsangehörigen über die Möglichkeit, seinen zur Zeit in Syrien lebenden, sich versteckenden Bruder, zu helfen. Dieser ist im wehrdienstfähigen Alter und wird aller Wahrscheinlichkeit nach Auffinden in die Armee eingezogen, was dieser nicht will.

Beratung und Hilfestellung beim Ausfüllen von Aufnahmeanträgen für Ausreisewillige nach dem Bundesvertriebenengesetz. Eine im Einzugsgebiet lebende Angehörige wurde aus Russland über den Fund von Überresten eines deutschen Soldaten, bei dem eine Erkennungsmarke mit noch gut erkennbaren Zeichen lag, informiert. Diese Nachricht wurde vom Kreisverband an den Suchdienst München weitergeleitet, so dass dieser eventuelle Angehörige des Soldaten ausfindig machen kann

 

Familienzusammenführung weiterhin rückläufig

 

Der DRK-Bundesverband plant den Suchdienst neu zu strukturieren. Für den Bereich des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz bedeutet dies, dass die im Verbandsgebiet bestehenden 13 Beratungsstellen auf 4 in den Kreisverbänden Offenburg, Freiburg, Müllheim und Konstanz reduziert werden, die ihre MitarbeiterInnen weiterhin intensiv für dieses sehr umfangreiche Fachgebiet fortbilden.

 

In den übrigen Kreisverbänden soll es zukünftig nur noch Ansprechpersonen für eine erste Information geben, die bei größerem Beratungsbedarf, der auch eine entsprechende Schulung voraussetzt, an die entsprechenden Beratungsstellen verweisen. Im DRK Kreisverband Säckingen wird – in Absprache mit dem Landesverband - die umfangreiche Fachberatung so lange fortgesetzt, wie die derzeitige, entsprechend sehr gut aus- und fortgebildete Beraterin diese Tätigkeit weiterhin ehrenamtlich wahrnehmen kann. Anschließend wird auf das neue System umgestellt.

 

Das DRK leistet Beratung von ausreisewilligen Deutschen in Ost- und Südosteuropa bzw. von in Deutschland lebenden Verwandten im Aufnahmeverfahren gemäß Bundesvertriebenengesetz. Der Zuzug von Ausreisewilligen ist stark zurückgegangen, seit von allen Familienangehörigen vor der Einreise ein Sprachtest abgeleistet werden muss. Für einige nicht deutsch sprechenden Ausreisewilligen ist es sehr schwer, Deutschkurse zu besuchen: Neben mangelnden finanziellen Möglichkeiten sind die sehr weiten Entfernungen zum nächsten Ausbildungsort oft kaum zu bewältigen, meist fehlt auch ein Internetzugang für Fernkurse.

 

Familienzusammenführung  2008 
 2009 
 2010 
 2011 
 2012 
Verfahrensbeschleunigung 0 0 0 0 0
Ausreisegenehmigung vom Herkunftsland 0 0 0 0 0
Personalboen 0 0 0 1 0
Aufnahmeanträge nach dem
Bundesvertriebenengesetz
12 12 14 17 14
Fragen Staatsangehörigkeit 7 4 0 2 0
Fragen Ausländerrecht 7 4 4 2 0
Sonstige Gesetze (z.B. Sozialrecht) 3 7 1 1 3
Krankentransport aus dem Aussiedlungsgebiet 1 1 0 0 0
Materielle Hilfe 0 0 0 0 0
Gesamt 22 24 20 23 17

MitarbeiterInnen der Kreisnachforschung Südbaden 3. v.l. Cristina Jänich, Leiterin der Nachforschungsstelle des Kreisverbands, 4. v.l. Vera Everhartz  Leiterin der Nachforschungsstelle des Landesverbands bei der Suchdienstfortbildung beim Suchdienst Hamburg vom 05.-07.10.2010:

suchdiensthamburg

Die Anzahl der ZuwandererInnen / Spätaussiederlnnen aus der ehemaligen Sowjetunion ist weiterhin stark zurückgegangen. Dies liegt vor allem an der aktuellen Gesetzeslage nach der alle Familienangehörige - nicht nur der Familienvorstand wie früher - deutsch sprechen, lesen und schreiben können müssen. Dies ist bereits für Auswanderungswillige schwierig, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr in einem deutschsprachigen Umfeld leben, selbst wenn sie einmal Deutsch gesprochen haben. Noch schwieriger ist die Situation für jüngere „nachgeborene" Familienmitglieder, die die Sprache komplett neu erlernen müssen.

 

Auch bei der Suche nach Verwandten in der ganzen Welt (2010 z.B. in den USA, Spanien, Südafrika und Syrien) kann der Suchdienst immer wieder so genannten „zivilen Personen" weiterhelfen:


Ein Bruder suchte die Söhne der in den USA verstorbenen Schwester. Der Kreisverband nahm Kontakt zum Polizeirevier der Heimatgemeinde der verstorbenen Schwester auf. Tatsächlich konnten die Adressen der Söhne ausfindig gemacht werden. Der Kreisverband schrieb diese an und bat um Kontaktaufnahme mit dem Onkel.

In einer Erbangelegenheit wird nach Verwandten in Südafrika gesucht. Die Antwort auf eine Anfrage an das Einwohnermeldeamt in Kapstadt steht noch aus.

Ebenso gibt es Hilfesuchende, die nichts über den Verbleib ihrer leiblichen Väter wissen und sich deshalb an den Kreisverband wenden. Oft bleibt die Suche erfolglos, aber in einzelnen Fällen konnte der Aufenthalt ausfindig gemacht werden.


 

Da aus Datenschutzgründen die Adressen nicht an die Suchenden weitergegeben werden dürfen, werden die Gesuchten angeschrieben und um Kontaktaufnahme mit dem/der Angehörigen gebeten, was manchmal auch abgelehnt wird. In den meisten Fällen ist jedoch die Freude über die Möglichkeit, endlich Kontakt zu weiteren Familienmitgliedern zu bekommen unendlich groß!

Ansprechpartner

Personal Uecker

Bernhard Ücker
Leiter Soziale Dienste

07761 / 9201 - 33
Rot-Kreuz-Straße 4
D - 79713 Bad Säckingen

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Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Säckingen

Rot-Kreuz-Straße 4
79713 Bad Säckingen

Tel.: (07761) 9201 - 0
Fax: (07761) 9201 - 40

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